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Der Name unserer Stadt Lobenstein geht auf folgende Sage zurück: Der
Sage nach soll Kaiser Ludwig, der Bayer (1282-1347) in dieser Gegend
gejagt und dabei seinen Lieblingshund verloren haben. Ein Edelmann
fand den Bracken ermattet an einem Stein und brachte ihn dem Kaiser
zurück. Darauf soll der Kaiser gerufen haben: "Der Stein, wo man ihn
fand, sei zu loben !" Jedoch ist dies zeitirrig, denn zu Lebzeiten
dieses Kaisers war der Name Lobenstein schon urkundlich erwähnt.
Zwischen 950 und 1150 erbauten die Herren von Lobdeburg die Burg,
die zugleich Kern und Anfang der Besiedelung der Stadt war und als
Veste gegen die Sorben diente. Die Ersterwähnung Lobensteins datiert
in das Jahr 1250.
Herren der Stadt sind 1278 die Vögte von Gera und sie vererbten
diese später an die Grafen, später Fürsten von Reuss.
1632 wird die Burg durch die Schweden und anschließend durch die
Erstürmung der Kaiserlichen Truppen zur Ruine gemacht. Nur der ca.
30m hohe Bergfried, der heute als Aussichtsturm begehbar ist, und
ein kleinerer Wallturm sind erhalten geblieben. Von 1647 bis 1824
ist Lobenstein Hauptstadt des Zwergenstaates Reuss. Im Jahre 1601
wurde unterhalb der Burg ein Schloss errichtet, das 1714 fast
vollständig abbrannte.
Ein neues Barockschloss mit Parkanlage entstand 1714 bis 1718 unter
Heinrich XV. von Reuss Lobenstein, das bis 1824 als Residenz des
Fürstentums Reuss jüngere Linie Lobenstein-Ebersdorf diente. Mit
Hilfe von Fördermitteln des Landes Thüringen und Eigenmitteln des
Stadthaushaltes wurde der Südflügel des Schlosses restauriert und
steht Ihnen für Besichtigungen offen.
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Die "Alte Wache" gegenüber dem Schloss mit ihren klassizistischen
Säulen und der Parkpavillon, einst Lustschlösschen im Park, erinnern
noch heute an die glanzvollen Tage der ehemaligen Residenzstadt.
Bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts blühten in Lobenstein und
Umgebung Erzbergbau und Tuchmacherei. So wurden Z. B. die bayrischen
Truppen mit Lobensteiner Uniformtuch eingekleidet. Die Abhaltung von
Märkten war zu jener Zeit wichtigstes Stadtprivileg.
Als jährliche Attraktion für unsere Gäste und Bürger werden im Monat
August mit dem traditionellen Marktfest alte Handels - und
Handwerksbräuche nachempfunden, wobei kulturelle Angebote und
Thüringer Spezialitäten ebenfalls geboten werden.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geriet die Tuchmacherei
in eine Absatzkrise, die durch den Europaweiten Siegeszug der
mechanischen Webstühle eingeleitet wurde. So wurde diese Alte
Handwerkszunft ins Abseits verwiesen. Um diese Abwärtsentwicklung
zu verzögern, waren die Lobensteiner gezwungen, kostengünstig und
mit strenger Sparsamkeit zu produzieren.
Der Ammoniakbedarf, der zur Appretur der Tuche notwendig war ,
wurde durch den menschlichen Urin gedeckt. Um immer eine
ausreichende Menge zu haben, stand in jeder Weberstube ein Fässchen,
in das die gesamte Familie "hineinseechen" musste. Aus dieser Zeit
stammt unser Spitz- und Neckname der "Lommesteener Fässleseecher".
Diese Tradition pflegend, "verrichtet" jeden Tag zur Mittagsstunde
auf dem Marktplatz eine im Rathaus eingebaute Figur, der "Fässleseecher",
zum Gaudi der Zuschauer spritzfreudig sein Geschäft direkt auf den
Marktplatz.
Die Entdeckung von eisenhaltigen Quellen (1864) in unmittelbarer
Nähe der Stadt und das reiche
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Moorvorkommen im Helmsgrüner Wald, dazu die waldreiche
Mittelgebirgslandschaft und das angenehme Reizklima führten in den
Jahren 1864 bis 1868 zur Gründung eines Eisenmoorbades durch Dr.
Aschenbach.
Bis zur Schließung des Sanatoriums 1990 florierte der Kurbetrieb im
Moorbad Lobenstein. Mit einem klaren Entwicklungskonzept und einer
Reihe von infrastrukturellen Maßnahmen wurde mit der Eröffnung der
MEDIAN Klinik, im August 1994, die Kurtradition Lobensteins
fortgesetzt. Der Ausbau eines repräsentativen Fremdenverkehrsamtes,
die Sanierung des reußischen "Neuen Schlosses" mit Ausbau zum "Haus
des Gastes", die umfassende Sanierung des Kurparkes, die Sanierung
des städtischen Kulturhauses und weitere zahlreiche Maßnahmen tragen
entscheidend dazu bei, die Entwicklung im Kur- und Fremdenverkehr
weiter fortzusetzen.
Durch die Förderung des Freistaates Thüringen konnte 1995 mit der
Bohrung nach Thermalwasser begonnen und diese erfolgreich
abgeschlossen werden. Im Juni 2000 erfolgte der Spatenstich für den
Neubau eines Thermalbades, der Ardesia-Therme, im Zentrum der Stadt.
Neben einem großflächigen Badebereich mit abwechslungsreicher
Wasserlandschaft entstanden verschiedene Saunen. Zusätzlich runden
Massage und Beautyangebote die Nutzungsmöglichkeiten des
Therapiebereiches mit Moor, ob als Packung oder Bad, ab. Mit der
Eröffnung im November 2002 hoffen wir, eine moderne
Wellnesseinrichtung geschaffen zu haben, die von Gästen aus nah und
fern aber gerade auch von unseren einheimischen Bürgern rege genutzt
wird. |
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